Winter 2022/2023
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Working the Archive

Archive sind Orte des Wissens und somit Strukturen, in denen Geschichte(n) und Erinnerung in Form von Daten und Dokumenten gespeichert und bewahrt werden. Einer vorgegeben Systematik folgend, werden sie meist von (öffentlichen) Institutionen angelegt und verwaltete, aber wir alle sind Archivar:innen unserer persönlichen Daten. Jeder Form des Sammelns ist gleichzeitig durch Ausschlussmechanismen charakterisiert. Diese „epistemische Gewalt“ ist den Archiven eingeschrieben und reflektiert auch die Geschichte der sammelnden Institutionen.
      Die Lehrveranstaltung widmet sich dem Archiv als Untersuchungsgegenstand für künstlerische Forschung und als Ort künstlerischer Intervention und Transformation. Sie geht folgende Fragen nach: Wem gehören Archive, und wer hat Zugriff auf das dort befindliche Wissen? Wer sind die Autor:innen der Archive? Wie können Lücken und Leerstellen sichtbar gemacht werden? Wie können alternative Narrative, Fiktion und Spekulation Teil einer archivarischen Praxis werden? Wie können Archive feministisch, queer, nichtdiskriminierend und de-kolonial werden. Was kann die Rolle von Künstler:innen im Umgang mit Archiven sein? 

Wir werden intensive mit ausgewählten Archiven arbeiten, etwa jenem der VBKÖ (Vereinigung Bildender Künstlerinnen Österreichs) oder der Universität für Angewandte Kunst.

Mehr Info auf der Base Angewandte

 

Foto: VBKÖ