2022 March 10 / 11:00
Student Projects/Diplomas
Vanessa Preger-McGillivray-Preis 2022

Sara Ghalandari erhält den Vanessa Preger-McGillivray-Preis 2022 der Universität für angewandte Kunst Wien und der Stadt Wien.

Seit Jänner 2021 vergibt die Universität für angewandte Kunst Wien gemeinsam mit der Stadt Wien den Vanessa Preger-McGillivray-Preis für eine Abschlussarbeit aus der Studienrichtung Bildende Kunst. Benannt wurde der Preis nach jener Studentin, die am 2. November 2020 bei einem Anschlag in der Wiener Innenstadt ermordet wurde. Vanessa Preger-McGillivray hatte im Herbst 2020 ihr Studium der Bildenden Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien begonnen. Der Preis soll an die Namensgeberin erinnern, das Potenzial eines Kunststudiums vergegenwärtigen, Impulse geben und die Hoffnungen und Perspektiven von Studierenden auf ein künstlerisch erfülltes Leben widerspiegeln. 

Die zweite Preisträgerin und Absolventin aus der Abteilung Ortsbezogene Kunst Sara Ghalandari überzeugte die Jury durch ihre Arbeit mit dem Titel „Circle as Space“. 
Mit ihrer Diplomarbeit erkundet sie das Verhältnis zwischen menschlicher Figur und Raum, sowohl auf einer symbolischen wie konkreten Ebene. Die raumgreifende Installation ist ein Hybrid zwischen Textilem und Skulptur, gefertigt aus mit Stoff überzogenem Draht, in Anlehnung an die Materialität und Konstruktion des Reifrocks. Das Verhältnis von Körper und Raum, von menschlicher Gestalt und geometrischer Form als Ideal für harmonische Proportionen, wird angedeutet, entzieht sich durch die formale und materielle Reduktion aber jeder Idealisierung oder eindeutigen Lesart. Die Arbeit betont die Individualität der Körper im Verhältnis zueinander und zur Gemeinschaft. Dem gegenüber steht der Kreis als spirituelle, mystische Form – über alle Kulturen und Zeiten hinweg – als Symbol der Einheit und des Schutzes und als Raum für rituelle Handlungen. Auf subtile Weise verwebt Ghalandari all diese Kontexte und Bedeutungsebenen des Kreismotivs und seiner Materialisierung zu einer vielschichtigen Installation, die skulpturalen Körper, Raum und Architektur verbindet.


www.sarahghalandari.com

 

Foto: Jorit Aust