Summer 2018
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Territorien der Kunst nach dem Anthropozän

In den letzten Jahrzehnten wurde durch die wirtschaftliche sowie politische Auslagerung und zunehmende globale Vernetzung, Spezifität, ob räumlich, historisch, oder kulturell, zu einer knappen Ressource. Dagegen erhebt die Kunst heute Anspruch auf einen erweiterten Begriff der Ortspezifizität (Site-Specificity), welche nicht nur festes Gelände, sondern auch konzeptuelle Bezogenheit umfasst.

Auch der Begriff des „öffentlichen Raumes“ hat sich stark verändert, umfasst nicht mehr lediglich einen konkreten oder urbanen Raum. Wie zum Beispiel fassen wir die immer wichtiger werdende Idee einer geografischen Konzeption unserer Welt, einer Welt der Migration, Landnahme, Ausbeutung der Ressourcen in diesem Kontext? Wie kann und soll Kunst zwischen der konkreten Bedeutung von Geografie und den Sphären von Social Media tätig werden, was sind die Territorien der Kunst und wie können geografische Begriffe ästhetisch und politisch gefasst werden, um die Interaktion mit dem Publikum vor dem Hintergrund der Mediatisierung neu zu denken?

Wir nähern uns diesen Themen mit der Grundidee temporal und örtlich ineinander verschränkter Begegnungen mit Orten und Gegenden: als Bilder in den sozialen Medien, mit unterschiedlichen und neu zu definierenden Ansprüchen an Authentizität, als Machtgefüge über Repräsentation, und als ästhetische Präsenzgefüge. Dieses Blockseminar umfasst gemeinsame Lektüre, Diskussionen, Fallbeispiele, Exkursionen, Präsentationen der Studierenden und schliesst mit einer schriftlichen Arbeit ab.

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Mechtild Widrich ist Assistant Professor an der School of the Art Institute of Chicago. Website: http://www.saic.edu/profiles/faculty/mechtildwidrich/

Foto: Pierre Huyghe, After ALife Ahead, Skulptur Projekte Münster, 2017
Photo Credit: Mechtild Widrich