Winter 2020/21
Courses
Reflecting Oil/ Art and Petroculture II

Der Begriff Petroculture beschreibt unsere heutige postindustrielle Gesellschaft als eine Gesellschaft, die durch Erdöl in physischer und materieller Form geprägt ist.
Vom Automobil, über Autobahnen, die allgegenwärtige Verwendung von Kunststoffen, über unsere Nahrungsversorgung bis hin zu unserer gebauten Umwelt. Doch viel signifikanter ist, wie dieser fossile Energieträger unsere Werte, Praktiken, Gewohnheiten und Gefühle gestaltet. Doch ist es schwierig dieses Faktum zu beleuchten.

Um das Verhältnis von Erdöl und Kultur zu verstehen, ist es einfach auf sichtbare Manifestationen im Alltag, wie z.B. Autobahnen zu verweisen, aber es ist schwierig, die Idealvorstellungen von Autonomie und Mobilität zu verstehen, die sehr eng mit den historischen Bedingungen einer auf fossilen Energieträgern basierenden Gesellschaft verknüpft sind.

Unsere Werte und Sehnsüchte, Vorstellungen von Freiheit und modernem Leben werden in realer Weise durch Erdöl befeuert - und in Anbetracht einer möglichen Klimakatastrophe steht unserer globalen petro-subjektivistischen Gesellschaft eine massive kulturelle Transformation im Zuge des Übergangs aus dem späten Erdöl- zu einem postfossilen Zeitalter bevor.

Wie schon im Zuge der gleichnamigen Lehrveranstaltung im SS 2019 werden künstlerische Positionen, die sich mit Erdöl auseinandersetzen vorgestellt und grundlegende Texte zum Themenkomplex diskutiert (in der Klasse oder in Form von Online Meetings).

Weiters werden, wenn durch entsprechende COVID-19 Verordnung möglich, weitere Exkursionen zu Orten der Erdöl- und Energieinfrastruktur unternommen und die Substanz Rohöl in Form von einfachen Rohölexperimenten untersucht und reflektiert.

Die Lehrveranstaltung wird in Deutsch abgehalten und Fachliteratur in Englisch rezipiert. Die Entwicklung von Konzepten und Realisierung von künstlerischen Arbeiten sind erwünscht.

www.logar.co.at
www.reflectingoil.info

mehr Info auf der Base Angewandte

 

Foto: Ernst Logar