2018 November 10 / 14:30
Round Table
Elke Krasny

Die Klimakrise hat zur Folge, dass sich auf der Erde extreme Wetterereignisse und Umweltkatastrophen häufen. Unser Planet ist erschöpft. Land, das ja nicht vermehrt werden kann, ist nunmehr Kriegsgebiet, in dem Konflikte um Ressourcen ausgetragen werden. Sparmaßnahmen führen dazu, dass öffentliche Infrastrukturen vernachlässigt werden, was wieder fatale Folgen für die Gesundheit, die Bildung und das Wohlbefinden hat. Wohnhäuser sind zu Spekulationsobjekten geworden. Die Menschen sind chronisch verschuldet, müssen ihr Leben verpfände und ihren Körper überfordern, weil die Mieten steigen. Was bedeutet das für Architektur und Urbanismus? Die Alarmglocken läuten schon seit einiger Zeit. Jeder Weckruf ist ein Aufruf zum Handeln.

Indem Beispiele aus Kunst und Architektur mit politischer Theorie, dem UN-Menschenrechtsdiskurs, der UN-Konferenz über die Umwelt des Menschen, den UN-Habitat-Konferenzen und der Umweltphilosophie, insbesondere Félix Guattaris Die drei Ökologien, verwoben werden, thematisiert dieser Vortrag die Idee, unseren Planeten als ein Territorium des Sorgetragens zu sehen, und wirft die Frage auf, wie sich dadurch die Praktiken und Werte in Architektur und Urbanismus verändern.


Elke Krasny ist Kulturtheoretikerin, Stadtforscherin und Kuratorin und lehrt als Professorin an der Akademie der bildenden Künste Wien. Sie promovierte an der University of Reading (UK), war 2012 Gastdozentin am Canadian Centre for Architecture in Montréal. Krasny kuratierte unter anderem Care + Repair mit Angelika Fitz (2017–2019) und Suzanne Lacy’s International Dinner Party in Feminist Curatorial Thought (2016) und war 2011 Gastkuratorin für das Hong Kong Community Museum. Sie ist Mitherausgeberin von In Reserve: The Household! (Leipzig: Spector Books, 2016) und Hands-On Urbanism. Vom Recht auf Grün (Wien: Turia + Kant, 2012).

Credits:
Empty Shoes in Silent Protest. Climate Change March in Paris cancelled because of security concerns after November 13 terror attacks Paris, Place de la République, 2015
Photo: Julien Helaine