Winter 2020/21
Courses
dilettantisch genial

Nach dem „Festival Genialer Dilletanten“, das am 4. September 1981 im Tempodrom stattfand, schrieb das Stadtmagazin tip Berlin: „Das ist Folklore, Berliner Folklore. Einfach authentische Musik, authentische Musik aus West-Berlin.“

Dieser Begriff wurde daraufhin zum Synonym einer kurzen Epoche künstlerischen Aufbruchs in Deutschland. Vor allem im Umfeld von Kunsthochschulen entwickelte sich eine künstlerische Vehemenz, die durch genreübergreifendes Experimentnieren und den Einsatz neuer elektronische Geräte geprägt war. Maler spielten in Bands oder gründeten Clubs, Musiker drehten Super-8-Filme. Dada und Fluxus wurden revitalisiert. Auf Virtuosität wurde häufig bewusst verzichtet. Das Nicht-Können, der Widerstand gegen Konventionen, die Kunst des Vergessens und des Verlernens sollten den Weg öffnen zu einer ungebremsten Kraft des Ausdrucks, einer neuen Expressivität.

Ziel des Kurses ist es, mit den vorhandenen Mitteln ein musikalisches Gefüge zu entwickeln. Vielleicht über das Zufallsprinzip zu Lösungen, oder über Improvisation zu einer Konzeption kommen. Das Konstituieren eines Gefüges über die Jamsession. Dem Ego, die kollektive Autorenschaft den Vortritt lassen. Der Drang des Tuns ist stärker als die Suche nach Perfektion. Das Richtige hinterfragen und dem Falschen eine Chance geben. Intuition, Improvisation, Jam werden die Eckpfeiler dieses Experiments sein. „Eingeschlafen mit einem Traum, aufgewacht in der Erfüllung.“ Ziel ist es, den unmittelbaren Kontakt zum Publikum zu suchen, und das Ergebnis, welches auch immer, öffentlich und live darzubieten.

Der Kurs wird sich grob in vier Abschnitte aufteilen, wobei das Hauptaugenmerk auf die PRODUKTION, der praktischen Arbeit, gelegt wird.

1. Sondieren der „Fähigkeiten“ der Kursteilnehmer
2. Sondieren der Möglichkeiten (Equipment)
3. PRODUKITON (Proberaum)
4. öffentlicher Auftritt

Mehr Info auf der Base Angewandte

 

Foto: Heribert Friedl