Winter 2021/22
Courses
Angewandte Performance-theorie

Ortsspezifische Performances hinterfragen – im Wiederstand gegen einen neoliberalen performativen Leistungsbegriff – ihr eigenes Potenzial, indem sie ihre medialen Grenzen performativ abschreiten und dadurch sichtbar machen: Spekulation statt Spektakel. Sie entwickeln Aufmerksamkeit für performative Situationen, untersuchen Möglichkeitsbedingungen, Orte selbst als Medium zu nützen. Künstlerische Formen wie Situationismus, Aktionismus, Postmodern Dance, Performance Art, zeitgenössischer Tanz denken – in all ihren Differenzen – Kunst in spezifischen raum-zeitlichen Ökonomien.

Der Kurs thematisiert bedeutende historische wie zeitgenössische Positionen ortsbezogener Performance (z.B. Yvonne Rainer, Trisha Brown, Gordon Matta Clark, Allan Kaprow, Bill Bollinger, Joan Jonas, sowie Anne Imhof, Tino Sehgal, Christoph Schlingensief, Francis Alÿs, Meg Stuart, Mette Ingvartsen). Fokussiert werden noch speziell österreichische Positionen (historisch: z.B. Valie Export, Peter Weibel, Birgt Jürgenssen, Günter Brus, Hermann Nitsch und zeitgenössisch: z.B. Barbara Kraus, Philipp Gehmacher, Claudia Bosse, Nikolaus Gansterer, Willi Dorner, Jakob Lena Knebl, Barbis Ruder), sowie künstlerische Arbeiten des ehemaligen Ostblocks (z.B. Marina Abramović, Mladen Stilinović, Alexandra Pirici, Ivana Müller, Janez Janša, Manuel Pelmus). Begriffe wie ‚Arbeit’ und ‚Position’ werden dabei in ihrem mehrfachen Wortsinn thematisch.

Dieser Wintersemester-Kurs bietet die Theorie zum praktisch-orientierten Sommersemester-Kurs an.

Mehr Info auf der Base Angewandte

 

Credits: Philipp Gehmacher (my shapes, your words, their grey); Foto: Eva Würdinger