Winter 2022/2023
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Angewandte Performance-Theorie 2: Performance der Dinge

Die Vorlesung befragt – mit konkreten Aufführungs- und Textbeispielen – künstlerische Arbeiten, die sich ortsbezogen mit dem Performance-Begriff in Zeiten des Neoliberalismus kritisch auseinandersetzen und die Performance der Dinge adressieren, indem sie zugleich von ihr adressiert werden. 

Wie wird heute das Performance-Vokabular mit einem materiellen Parcours auch von nichtmenschlichen Körpern erweitert? Wie verhalten sich ‘autonome’ Dinge on stage? Wie lässt sich dieses Vokabular mit zeitgenössischen ästhetischen Diskursen in Korrespondenz setzen – im Sinne z.B. von Bruno Latours „Parlament der Dinge“ oder von Karen Barads „Agentieller Realsimus“? Wie ist so eine Korrespondenz auch politisch zu lesen? Wie performativ „unruhig bleiben“ (Donna Haraway)? 

Wie ist ein erweiterter Performance-Begriff, der unterschiedlichste mediale Formate prägt, in diesem Kontext zu entwickeln? Wie kann die performative Interferenz zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Körpern die Dichotomie Objekt-Subjekt, lebendig/nichtlebendig, aktiv/passiv, primär/sekundär, digital/analog, Natur/Kultur, Materie/Diskurs, Effekt/Affekt, Darstellung/Ausstellung stets neu aufheben, politisch und ästhetisch überdenken?

Diese Lehrveranstaltung bietet den theoretischen Hintergrund für unsere praktische Auseinandersetzung mit Performance im Sommersemester 2023. 

 

Mehr Info auf der Base Angewandte

 

Foto: Philipp Gehmacher: The Slowest Urgency

(https://www.google.com/search?q=Philipp+Gehmacher:+The+Slowest+Urgency&client=firefox-b-d&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=2ahUKEwjLs5LNgNz3AhXYwQIHHc8KDh8Q_AUoAXoECAEQAw&biw=1374&bih=794&dpr=2.61#imgrc=fY1Y_kLrHgV4nM)